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Ab 40 geht’s bergab? 7 Wechseljahre-Mythen, die zum wegschmeißen sind.

Autorenbild: katharina wogrolly
katharina wogrolly
9. Sept.
4 Min. Lesezeit


Ich bin 51.

Und wenn ich alles glauben würde, was Frauen ganz direkt oder indirekt durch Stereotype, Erwartungen und Bilder über das Älterwerden erzählt wird, müsste ich ungefähr seit meinem 40. Geburtstag langsam unsichtbar werden.


Die Hormone sind weg. Der Stoffwechsel ist hin. Die Muskeln sowieso. Schlafen kannst vergessen. Alkohol und wilde Nächte leider auch. Und wenn du schlechte Laune hast: Wechseljahre. Wenn du gute Laune hast, vermutlich auch Wechseljahre. Man weiß es nicht.


Zeit um Tacheles zu reden und hier Hoffnung zu verbreiten!


Denn ja: In der Lebensmitte verändert sich einiges. Aber zwischen „da passiert gar nichts“ und „ab jetzt geht alles bergab“ liegt noch eine ganze Menge. Hier ein paar Mythen, die wir so eingetrichtert bekommen und die dann mehr oder weniger unterschwellig in uns wirken, die aber gar nicht so sind!


Mythos 1: „Die Wechseljahre beginnen, wenn die Periode aufhört.“


Nope. Die Menopause bezeichnet rückblickend die letzte Regelblutung, wenn danach zwölf Monate keine weitere Blutung gekommen ist.


Die hormonellen Veränderungen können aber schon Jahre davor beginnen. Diese Übergangszeit nennt man Perimenopause.


Das Blöde daran?

Du hast möglicherweise noch regelmäßig deine Periode und schläfst trotzdem plötzlich schlechter, deine Hormone schwanken schon, die Stimmung fährt Ringelspiel oder dein Körper und dein Hirn fühlen sich einfach anders an. Und du denkst: Was ist denn jetzt schon wieder?



Mythos 2: „Wenn ich keine Hitzewallungen hab, bin ich auch nicht in der Perimenopause.“



Schön wär’s. Dann könnten wir einfach einen kleinen Temperaturfühler einbauen und hätten die Sache geklärt. Hitzewallungen und Nachtschweiß sind bekannte Symptome. Aber Frauen können in dieser Phase sehr unterschiedliche Veränderungen erleben:

Schlafprobleme, Zyklusveränderungen, Stimmungsschwankungen, Herzklopfen, Konzentrationsprobleme, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Haarausfall, Probleme mit den Knochen, Panikattacken oder Veränderungen im Urogenitalbereich können ebenfalls auftreten. Und manche Frauen haben wenig Beschwerden.


Es gibt nicht die eine Perimenopause.




Mythos 3: „Es liegt einfach am anderen Stoffwechsel.“



Genau. Als hätte der Stoffwechsel an deinem 40. Geburtstag seine Sachen gepackt, dir noch alles Gute gewünscht und wäre nach Bali ausgewandert und ein anderer ist eingezogen. Nein.


Körperzusammensetzung, Muskelmasse, Bewegung, Schlaf, Ernährung, hormonelle Veränderungen, gesundheitliche Vorbelastung und Alterungsprozesse spielen zusammen.


Das ist weniger praktisch als „mein Stoffwechsel ist schuld“.

Aber auch die bessere Nachricht. Denn an einigen dieser Faktoren kannst du tatsächlich etwas verändern.




Mythos 4: „Ich mach' eh Yoga. Krafttraining brauche ich nicht.“


Autsch. Das sage ich als Yogalehrerin und habe es am eigenen Leib erlebt. Ich liebe Yoga. Ich unterrichte es seit vielen Jahren. Aber ich habe selbst irgendwann verstanden:

Yoga kann viel. Es muss aber nicht alles können.


Mit zunehmendem Alter werden Muskelkraft und der Erhalt von Muskelmasse immer wichtiger. Und spätestens wenn wir über gesundes Älterwerden, Knochen und körperliche Selbstständigkeit reden, sollten wir über Krafttraining reden.

Meine persönliche Altersvorsorge liegt deshalb inzwischen nicht nur auf der Matte.

Ein Teil davon drückt die Langhantel und Beinpresse.



Mythos 5: „Zwei Gläser Wein sind eben zwei Gläser Wein.“



Ja so ist es, wenn auch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist, dass Wein ab der Lebensmitte anders wirkt oder abgebaut wird.

Jedoch erstaunlich viele Frauen erzählen mir irgendwann: „Ich vertrage Alkohol plötzlich ganz anders.“ Was früher ein lustiger Abend war, kann heute bedeuten: schlechter schlafen, nachts wach werden und am nächsten Tag aussehen und sich fühlen, als hätte man persönlich die Bar zugesperrt. Alkohol kann den Schlaf beeinträchtigen und bei manchen Frauen auch Beschwerden wie Hitzewallungen verstärken. Er ist und bleibt nun mal ein Gift, auch wenn wir uns im Laufe unseres Lebens daran gewöhnt haben. Unser Körper hat die Auswirkungen bisher gut kompensiert, aber das hört sich offenbar irgendwann auf... Dennoch mache deine eigenen Beobachtungen - vielleicht bleibt bei dir ein Genußachterl oder hie und da ein cooler Drink in der Strandbar problemlos. Hier habe ich bereits über Schlafstörungen in den Wechseljahren geschrieben, wenn du da noch genauer eintauchen willst.


Mythos 6: „Das sind sicher die Hormone.“



Vielleicht. Vielleicht auch nicht.


Es lohnt sich einen Schritt zurück zu treten und das Gesamtbild zu betrachten. Nicht jedes Herzklopfen. Nicht jede Erschöpfung. Nicht jeder schlechte Schlaf. Nicht jede Gewichtszunahme und nicht jede depressive Stimmung einer Frau über 40 sind automatisch „die Wechseljahre“.

Neue, ungewöhnliche oder starke Beschwerden gehören tatsächlich ganzheitlich betrachtet und medizinisch abgeklärt.


Frauen verdienen weder ein reflexartiges „Das ist halt das Alter“ noch ein reflexartiges „Das sind die Hormone“. Wir verdienen, ernst genommen zu werden.




Mythos 7: „Jetzt muss ich mich halt damit abfinden.“



Striktes Nein. Aber du kannst auch nicht alles kontrollieren. Das ist für mich der interessanteste Teil dieser Lebensphase. Du kannst nicht bestimmen, ob dein Körper altert.


Spoiler: Er tut es. Du kannst nicht jeden hormonellen Prozess steuern und nicht verhindern, dass das Leben manchmal ordentlich dazwischenhaut. Aber du kannst anfangen zu verstehen, was sich verändert. Du kannst Kraft aufbauen. Deinen Schlaf ernst nehmen. Stress anders betrachten. Dir Unterstützung holen. Medizinisch abklären lassen, was abgeklärt gehört. Grenzen verändern. Gewohnheiten hinterfragen. Und vielleicht auch einmal beschließen, dass dir manches inzwischen einfach wurscht ist. Das kann erstaunlich gesund sein. Zumindest für die Nerven.


Vielleicht ist genau das der Wandel


Nicht gegen das Älterwerden anzukämpfen.

Sondern zu verstehen, was gerade passiert und dann zu entscheiden:


Was mache ich jetzt daraus?


Es ist eine Chance - ein Wendepunkt für viele von uns! Was du heute tust, kann mitentscheiden, wie du die nächsten Jahre erlebst. Und falls du gerade mitten in diesem ganzen „What the f*** passiert eigentlich gerade mit mir?“ steckst: Genau darüber reden wir bei meinem Workshop DU BESTIMMST DEN WANDEL. Hormone, Stoffwechsel, Nervensystem, Schlaf, Muskelaufbau und die Fragen, für die im normalen Arztgespräch oft zu wenig Zeit bleibt.

Ohne Weltuntergang. Ohne Beschönigung. Und ganz sicher ohne „Da müssen Sie jetzt durch.“ Dies Fragen werden wir im Workshop sicher beantworten:


Wann beginnt die Perimenopause?

Was sind typische erste Anzeichen der Perimenopause?

Kann man in der Perimenopause noch regelmäßig die Periode haben?

Warum schlafe ich in der Perimenopause schlechter?

Was kann ich selbst in der Perimenopause tun?


Zum Workshop DU BESTIMMST DEN WANDEL anmelden kannst du dich hier.



 
 
 

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